top of page

«Medizin, Solidarität, gesellschaftlicher Zusammenhalt»

  • Autorenbild: Sviatoslav Shamayda
    Sviatoslav Shamayda
  • vor 6 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

80 Jahre der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland


Am 10. und 11. Oktober 2025 fand in München das internationale Jubiläumstreffen „Medizin, Solidarität, gesellschaftlicher Zusammenhalt“ statt, das dem 80-jährigen Bestehen der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland gewidmet war. Im Rahmen der Veranstaltung wurde das interdisziplinäre wissenschaftlich-praktische Symposium „Medizin im Ausnahmezustand – Herausforderungen in der Ukraine während des Krieges“ abgehalten. Auf dem Symposium wurde eine Reihe hochprofessioneller und gehaltvoller Vorträge präsentiert, unter anderem von Prof. Dr. med. Josef Bäuml (München, Deutschland), Dr. med. Serhii Sukhodolia (Vinnytsia, Ukraine), Yaroslav Hrytsak (Militärarzt an der Ostfront, Ukraine; online), Taras Berezhanskyi (InnKlinikum Altötting, Deutschland) sowie Dr. med. Tetiana Leinberger (Universitätsklinikum Würzburg, Deutschland).



Im Rahmen des feierlichen Teils sprachen die Vorsitzende der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland (UÄVD), Dr. med. Oksana Ulan (Hamburg, Deutschland); die Rektorin der Ukrainischen Freien Universität, Prof. Dr. Larysa Didkovska (München, Deutschland); der Präsident des Weltverbandes der Ukrainischen Ärztlichen Vereinigungen (WFUA), Prof. Dr. med. Andrii Bazylevych (Lwiw, Ukraine); der Vertreter des Konsulats der Ukraine in München, Taras Kulaits; der erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher (Deutschland); die Stadträtin Alejandra Gaßmann in Vertretung des Oberbürgermeisters von München; die Leiterin der Auslandsabteilung des Marburger Bundes, Ruth Wichmann (Deutschland); sowie die Vertreterin der ukrainischen Diaspora im Migrationsbeirat München, Olha Dub-Büssenschütt (Deutschland).



Es fand eine Ehrung mit Ehrenurkunden für Personen und Unternehmen statt, die einen bedeutenden Beitrag zur Unterstützung der Ukraine, insbesondere der ukrainischen Medizin, geleistet haben:


  1. Frank Dopfer und  Dr. med. Jörg Lohse von Osteuropahilfe der Landkreise Starnberg, Bad Tölz-Wolfratshausen und München e.V.

  2. Andreja Kozulj von Mobile Medical Rescue

  3. Dr. Henryk Pich von Initiative "Wir sind hier"

  4. Dr. Valentin Spernath,  Richeza Herrmann und Tamara Okhrimenko von Fellas for Europe e.V.

  5. Dr.med. Ira Von-Nagy und Prof. Dr. Laszlo Nagy

  6. Professor Dr. med. Johannes Horn und Dr. med. Violetta Horn

  7. Markus Rinderspacher

  8. Professorin Dr. Larysa Didkowska

  9. Frau Olga Dub-Büssenschütt


Die Feierlichkeiten fanden in den Räumlichkeiten der Ukrainischen Freien Universität statt und wurden von musikalischen Werken ukrainischer sowie deutscher Komponisten unter der Leitung der Verdienten Künstlerin der Ukraine, Frau Oksana Stebelska, begleitet.


Am 11. Oktober fand in der Kirche Maria Schutz und St. Andreas (München) eine feierliche Göttliche Liturgie statt (in Verbindung mit dem Jubiläumsjahr 2025 in der katholischen Kirche und dem 80-jährigen Bestehen der UÄVD). Die Liturgie wurde geleitet vom Bischof des Apostolischen Exarchats in Deutschland und Skandinavien, Bohdan Dzyurakh, sowie dem Leiter der Militärseelsorge, Bischof Bohdan Manyshyn (Ukraine). Bischof Bohdan Dzyurakh überreichte der Vorsitzenden der UÄVD, Dr. med. Oksana Ulan, eine Ehrenurkunde – „Herzlicher Dank, aufrichtige Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit an die UÄVD für ihre aktive Tätigkeit“.



Die Fortsetzung der Konferenz fand im Gemeindesaal (Switlyzja) der Kirche Maria Schutz und St. Andreas statt, wo folgende Vorträge gehalten wurden: Dr. med. Andrij Batruch über die 80-jährige Geschichte der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland, die stellvertretende Vorsitzende der UÄVD, Dr. med. Yaroslava Ferholen, über die Gegenwart der UÄVD sowie der Präsident des WFUA, Professor Andrii Bazylevych, über die Aktivitäten des WFUA während der russischen Aggression. Online schaltete sich Olena Dobrovynska, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin des staatlichen Instituts für Endokrinologie und Stoffwechsel der Nationalen Akademie der medizinischen Wissenschaften der Ukraine, mit einem Bericht über den Zustand der endokrinen Gesundheit der Bevölkerung in den deokkupierten Gebieten dazu. Den Abschluss des internationalen Treffens „Medizin, Solidarität, gesellschaftlicher Zusammenhalt: 80 Jahre UÄVD“ bildete eine Wohltätigkeitsauktion, bei der 3000 € zur Unterstützung der medizinischen Hilfe in der Ukraine, konkret für den Kauf eines Krankenwagens, gesammelt wurden.


Von den Erlösen der feierlichen Sitzung sowie den Spenden von Wohltätern wurde ein Krankenwagen gekauft und in die frontnahen Gebiete der Ukraine geschickt.



Die Feierlichkeiten setzten sich mit einer Reise nach Puch fort, wo in der Kirche St. Sebastian ein feierliches Gebet (Moleben) unter Beteiligung der Frau Oberbürgermeisterin, des Herrn Bürgermeisters, des Vorsitzenden des Edigna-Vereins, des Stadtrats Herrn Andreas Lode, der Einwohner von Puch, der Teilnehmer des UÄVD-Kongresses sowie des Bischofs Bohdan Dzyurakh stattfand. In der Nähe des Dorfes Puch lebte 35 Jahre lang die selige Edigna – die Enkelin des Kiewer Fürsten Jaroslaw des Weisen. Sie ist eine gemeinsame Heilige für die Ukraine, Frankreich und Bayern. Der Legende nach entschied sich Edigna im Jahr 1074, nach Kiew zu fliehen, da sie keinen ungeliebten Mann heiraten wollte. Auf ihrem Weg nach Osten blieb sie jedoch in dem bayerischen Dorf, wo sie in der Höhle einer riesigen Linde neben der örtlichen Kirche lebte, betete, als Heilerin tätig war und den Menschen das Lesen und Schreiben beibrachte. Edigna verstarb im Jahr 1109 und wurde im Jahr 1600 von der Kirche seliggesprochen. Bischof Bohdan Dzyurakh proklamierte die selige Edigna feierlich zur Schutzpatronin der UÄVD: „Die selige Edigna verbindet Frankreich, Deutschland und die Ukraine; sie war eine Heilerin und ein Vorbild an opferungsvollem Dienst für die Leidenden.“


Gegenwärtig arbeitet die UÄVD (Ukrainische Ärztevereinigung in Deutschland) aktiv mit verschiedenen staatlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen zusammen.


Ein herzlicher Dank gilt den deutschen Bürgerinnen und Bürgern, der deutschen Bundesregierung, den Vertretern des Marburger Bundes, der Ukrainischen Freien Universität, der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, der Ukrainischen Autokephalen Kirche, den Vertretern der ukrainischen Gemeinden, den Ärztinnen und Ärzten sowie den Gästen aus Australien und der Ukraine für die umfassende Unterstützung der Ukraine und die Teilnahme an unserer Jubiläumsfeier.


Ein besonderer Dank gilt Frau Rektorin Prof. Dr. Larysa Didkovska und der Vertreterin der ukrainischen Diaspora im Migrationsbeirat München, Olha Dub-Büssenschütt, für die umfassende Unterstützung bei der Vorbereitung des internationalen Jubiläumstreffens.



Kommentare


©2025 Ukrainische Ärztevereinigung in Deutschland e.V.

bottom of page